26. November 2009
Lernwillig und überwiegend mit dem Studium zufrieden
Zehn Jahre nach
Unterzeichnung der Bologna-Erklärung protestieren Studierende an deutschen, österreichischen
und Schweizer Hochschulen gegen ihre Studienbedingungen. Die Proteste zielen
auf zentrale Elemente der europäischen Studienreform. Dabei werden insbesondere
die vermeintlich starren Strukturen der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge
kritisiert und die Abschaffung von Studiengebühren und Regelstudienzeiten
gefordert.
Die jüngst erschienene Master
Studie 2009/2010 kommt zu anderen
Aussagen. Die Befragung zeichnet ein differenziertes Bild der aktuellen
Situation an den Hochschulen. So konstatierten 63% der Befragten, dass sie mit ihrem derzeitigen Studium zufrieden oder
sogar sehr zufrieden seien. Gleichwohl fordern die Studierenden optimierte
Rahmenbedingungen und sehen konkretes Verbesserungspotenzial. Vor allem der
Praxisbezug ihres Studiums sei nicht ausreichend. Für eine Verlängerung des Bachelor-Studiums
von drei auf vier Jahre sprechen sich immerhin 45% der Antwortenden aus.
Die Studierenden sehen im Bachelor
offensichtlich keinen vollwertigen Studienabschluss, der einen direkten
Berufseinstieg ermöglicht. Nur 14% der Bachelor-Studierenden streben direkt im
Anschluss an ihr Studium in den Beruf. Lediglich 2% der Bachelor-Aspiranten
schließen aus, sich zu einem späteren Zeitpunkt akademisch weiterzuqualifizieren,
71% haben dies sicher vor. Hochschulen und Unternehmen sind hier gefordert,
mehr und bessere Angebote für den zweiten Studienabschluss zu entwickeln. Zum
Beispiel in Form von berufsbegleitenden Master-Studiengängen. 54% der Befragten gaben an, dass sie bereit wären, für
optimale Studienbedingungen an ihrer Wunschhochschule Gebühren zu zahlen.
Zur vollständigen Pressemitteilung vom 26. November 2009