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MACHT WEITER BILDUNG BESSER.
von Richard Straub
Dem Edelman Trust Barometer 2011 zufolge vertraut nur etwa die Hälfte der Menschen in der westlichen Welt auf die Fähigkeit der Wirtschaft, das Richtige zu tun. Führungskräften eilt der Ruf voraus, sich ausschließlich an engen wirtschaftlichen Kriterien zu orientieren und wenig »echte« Sorge für die Gesellschaft und das Gemeinwohl zu tragen. Selbst die wachsende Zahl an Corporate Social Responsibility Programmen kann diese »Vertrauenslücke« nicht schließen.
Mit der derzeitigen Schuldenkrise wird eines auf schmerzvolle Weise klar: Das bloße Ausstellen von alten Rezepten kann nichts zur Lösung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit beitragen. Wir müssen die knappen Mittel und unsere Fähigkeiten wesentlich effizienter einsetzen. Innovation und unternehmerisches Handeln sind die Hebel, die über Sein oder Nicht–Sein entscheiden werden. Dieser Feststellung schließen sich zwei wesentliche Fragen an: Verfügen die Führungskräfte in der Wirtschaft, in Institutionen des Bildungsbereichs, der Gesundheitsversorgung und des
Öffentlichen Dienstes über die Kompetenzen zur verantwortungsvollen Zukunftsgestaltung? Und wie erwerben sie diese Fähigkeiten?
MBA -Progamme von Spitzeninstituten wurden scharf kritisiert
Im Zuge der jüngsten Turbulenzen wurde die Frage laut, ob die derzeitigen Führungskräfte-Ausbildungsprogramme in Universitäten, Business Schools oder innerhalb von Unternehmen tatsächlich die Kompetenzen vermitteln, die Manager für die Bewältigung ihrer zunehmend komplexer werdenden Aufgaben benötigen. Es meldeten sich sogar kritische Stimmen, die etwa MBA-Programme von Spitzeninstituten für die Fehlleistungen in der Finanzwirtschaft direkt verantwortlich machten.
Wiewohl klar ist, dass diese Sichtweise der Realität nicht Rechnung trägt und eine Vielzahl von Faktoren für die Krise dabei ausgeblendet werden – wie etwa Anreizsysteme für Top Manager, rasche Wertsteigerung des Börsenkurses sowie Mangel an sinnvoller Regulierung - muss man sich in der Welt der Management-Ausbildung doch kritische Fragen stellen: Sind führende Business Schools möglicherweise zu weit gegangen? Produzieren sie Technokraten, die zwar die funktionale Mechanik ihrer Aufgabe brillant beherrschen, aber zu wenig über den Sinn des Wirtschaftens, die größeren systemischen Zusammenhänge und die längerfristigen Folgen ihres Handelns wissen? Wurden mit der Überbetonung der analytischen Fähigkeiten nicht die in der Führungspraxis so entscheidenden
interpersonellen Kompetenzen vernachlässigt?
Wer Unternehmen als seelenlose Maschinen und die Mitarbeiter als austauschbare Ressource begreift, ist bei Restrukturierungen wenig sensibel, die zwar die Jahresbilanz aufbessern, aber gleichzeitig große und vermeidbare Härten für die Betroffenen mit sich bringen können.
Gefordert ist mehr gesellschaftliche Verantwortung von Führungskräften
Angesagt ist deshalb eine konstruktive Gewissenserforschung. Gefordert sind hier die Vertreter von Business Schools ebenso wie Vertreter großer und mittlerer Unternehmen und andere Stakeholder. Zunächst müssen die Anforderungen neu definiert werden. Dabei geht es nicht nur um zeitgemäße professionelle Fähigkeiten, sondern auch um das Verständnis von einer umfassenden Verantwortung von Führungskräften. Peter Drucker hat betont, dass wirtschaftliche Tätigkeit nicht nur in sich selbst gerechtfertigt werden kann, sondern immer durch den Nutzen, den sie in der Gesellschaft stiftet. Das Humboldtsche Bildungsideal darf nicht in Vergessenheit geraten. Führungskräfte mit Scheuklappen, die ohne humanistische Bildung agieren, klammern wesentliche Teile unserer Realität aus. Eines steht fest: Hyperanalytische »Quants« werden die Probleme von morgen nicht lösen.
Diese Fragen werden im Rahmen des Gesamtthemas »A Quest for Legitimacy – How Managers can shape the Future« beim 3. Peter Drucker Kongress in einem prominent besetzen Panel unter anderem von Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom und Vice President der European Foundation for Management Development sowie Daniel Weihs, Chief Scientist im israelischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie diskutiert. Eingebettet ist dieses Thema in einen von European Foundation for Management Development initiierten übergreifenden Prozess der Entwicklung eines Manifests zur Zukunft der Managementausbildung, der Ende 2010 mit einer Konferenz in Berlin begann. Im März des kommenden Jahres wird die Diskussion über das Thema in einer EFMD-ESMT Schwerpunkt-Konferenz
»The Future of Management Education« auf breiter Basis fortgeführt und das Manifest verabschiedet.
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Richard Straub ist Präsident der Peter Drucker Society Europe und Director of Corporate Services & EU Affairs bei der EFMD.
Eingestellt von Randy Eisinger am 20. Januar 2012 um 15:01
Tags: Bildung managen, Trends setzen, Bildungsmanagement, Weiterbildungsformate
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Donnerstag, 5. Dezember 2013
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